Wegzugsbesteuerung bei GmbH-Anteilen
Gesellschafter einer GmbH sind der Standardfall des § 6 AStG: Ab 1 Prozent Beteiligung löst der Wegzug eine Steuer auf den gesamten Wertzuwachs der Anteile aus.
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Warum GmbH-Anteile fast immer erfasst sind
Die 1-Prozent-Schwelle des § 17 EStG ist bei einer typischen GmbH-Beteiligung längst überschritten.
GmbH-Anteile sind Anteile an einer Kapitalgesellschaft im Sinne des § 17 EStG. Wer eine GmbH gegründet hat oder wesentlich beteiligt ist, liegt regelmäßig weit über einem Prozent, die Frage ist damit nicht ob, sondern in welcher Höhe.
Das Stammkapital ist nicht der Wert
Besteuert wird der gemeine Wert der Anteile, nicht das eingezahlte Kapital.
Eine GmbH mit 25.000 Euro Stammkapital kann einen Unternehmenswert im Millionenbereich haben. Die Anschaffungskosten bleiben trotzdem beim eingezahlten Betrag. Die Differenz ist die Bemessungsgrundlage, und sie ist bei ertragsstarken Gesellschaften der weitaus größte Teil.
Ausschüttungen nach dem Wegzug sind der häufigste Fehler
Ausschüttungen über einem Viertel des maßgeblichen Werts stellen die gesamte Reststeuer fällig und kippen die Rückkehrregelung.
Sowohl bei der Ratenzahlung als auch bei der Rückkehrregelung steht dieselbe Grenze im Gesetz: Ausschüttungen oder Einlagenrückgewähr dürfen insgesamt nicht mehr als ein Viertel des Werts ausmachen, der der Besteuerung zugrunde lag. Wer nach dem Wegzug aus der Gesellschaft lebt, überschreitet diese Grenze schneller als gedacht.
+33 Jahre danach
5 Regeln gelten
Übersteigen die Ausschüttungen nach 3 Jahren ein Viertel, wird die noch offene Steuer fällig, statt in Raten weiterzulaufen.
- Sieben Jahresraten§ 6 Abs. 4 AStG
- Jährliche Mitteilung§ 6 Abs. 5 AStG
- Wann die Reststeuer fällig wird§ 6 Abs. 4 AStG
- Rückkehr in sieben Jahren§ 6 AStG
- Erweiterte beschränkte Steuerpflicht§ 2 AStG
Schematische Achse in Jahren um den Wegzugstag. Wann der Bescheid kommt, hängt am Verfahren, gezeichnet ist er ein Jahr nach dem Wegzug. Die Achse ordnet ein, sie ersetzt keine Beratung. Alle Fristen im Leitfaden Wegzugsbesteuerung
Den Wegzug aus Deutschland oder Österreich vorbereiten, mit dem Steuerberater als Gegenüber.
- PDFThe Relocation Protocol
- XLSXBetroffenheits-Check
- XLSXVermögensaufstellung
- XLSXZeitplan Wegzug
- XLSXAufenthaltstage
- XLSXFragen Steuerberater
Holding-Strukturen ändern die Frage, nicht die Norm
Eine Holding verschiebt die Beteiligung, hebt die Wegzugsbesteuerung aber nicht auf.
Auch mittelbare Beteiligungen zählen für die Schwelle des § 17 EStG. Eine Holding zwischen Person und operativer Gesellschaft ändert daran nichts. Sie kann aus anderen Gründen sinnvoll sein, als Antwort auf die Wegzugsbesteuerung taugt sie nicht, wenn die natürliche Person weiterhin die Anteile hält.
Ist-Aufnahme, Engpässe, belastbare Reihenfolge. Kein Verkaufsgespräch mit vorgefertigtem Ergebnis.
Häufige Fragen
Ich halte 100 Prozent meiner GmbH. Was bedeutet das?
Der gesamte Wertzuwachs der Anteile steht in der Bemessungsgrundlage. Die Höhe hängt an der Bewertung der Gesellschaft zum Stichtag.
Zählt eine Beteiligung über eine Holding mit?
Ja. § 17 EStG erfasst unmittelbare und mittelbare Beteiligungen ab 1 Prozent.
Darf ich nach dem Wegzug ausschütten?
Bis zu einem Viertel des maßgeblichen Werts, ohne die Ratenzahlung oder die Rückkehrregelung zu gefährden. Darüber wird die Reststeuer fällig.
Dieser Leitfaden ordnet ein und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Anforderungen, Grenzen und Fristen ändern sich; maßgeblich ist der Stand zum Zeitpunkt deiner Entscheidung.