Wegzugssteuer vermeiden: was zulässig ist und was nur teuer aussieht
Die Wegzugssteuer lässt sich nicht wegdefinieren, planbar sind der Zeitpunkt, die Struktur vor dem Wertaufbau und die Rückkehrregelung des Gesetzes selbst.
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Der Zeitpunkt ist die stärkste Stellschraube
Wer die Struktur baut, bevor Wert entsteht, verschiebt die Bemessungsgrundlage nach unten, nachträglich geht das nicht.
Weil sich die Steuer am Wert im Wegzugszeitpunkt bemisst, entscheidet die Reihenfolge über die Höhe. Eine Struktur, die vor dem Wertaufbau steht, hat eine andere Ausgangslage als eine, die nach zehn erfolgreichen Jahren umgebaut wird. Das ist keine Gestaltung im engeren Sinn, sondern schlicht Planung.
Die Rückkehrregelung ist kein Schlupfloch, sondern Gesetz
Bei Rückkehr innerhalb von sieben Jahren entfällt der Anspruch, wer das plant, muss die Bedingungen über die gesamte Zeit einhalten.
Wer ohnehin nur vorübergehend geht, kann sich auf § 6 Abs. 3 AStG stützen. Der Anspruch entfällt, wenn die Person innerhalb von sieben Jahren wieder unbeschränkt steuerpflichtig wird, die Anteile unverändert gehalten wurden, Ausschüttungen und Einlagenrückgewähr ein Viertel des maßgeblichen Werts nicht überschritten haben und das deutsche Besteuerungsrecht wieder besteht. Auf Antrag sind bis zu fünf Jahre mehr möglich.
Der Haken liegt in der Ausschüttungsgrenze: Wer im Ausland aus der Gesellschaft lebt, reißt sie schnell, und verliert damit genau die Regelung, auf die er sich verlassen hat.
Ratenzahlung senkt die Steuer nicht, sondern verteilt sie
Sieben zinslose Jahresraten sind eine Liquiditätshilfe, kein Nachlass, und sie hängen an Bedingungen.
Die Raten nach § 6 Abs. 4 AStG helfen dort, wo die Steuer sonst aus der Substanz gezahlt werden müsste. Sie ändern nichts an der Höhe, verlangen in der Regel eine Sicherheitsleistung und werden bei Ratenverzug, Verletzung der Mitwirkungspflichten, Insolvenz, Veräußerung oder größeren Ausschüttungen innerhalb eines Monats fällig.
+44 Jahre danach
5 Regeln gelten
- Sieben Jahresraten§ 6 Abs. 4 AStG
- Jährliche Mitteilung§ 6 Abs. 5 AStG
- Wann die Reststeuer fällig wird§ 6 Abs. 4 AStG
- Rückkehr in sieben Jahren§ 6 AStG
- Erweiterte beschränkte Steuerpflicht§ 2 AStG
Schematische Achse in Jahren um den Wegzugstag. Wann der Bescheid kommt, hängt am Verfahren, gezeichnet ist er ein Jahr nach dem Wegzug. Die Achse ordnet ein, sie ersetzt keine Beratung. Alle Fristen im Leitfaden Wegzugsbesteuerung
Den Wegzug aus Deutschland oder Österreich vorbereiten, mit dem Steuerberater als Gegenüber.
- PDFThe Relocation Protocol
- XLSXBetroffenheits-Check
- XLSXVermögensaufstellung
- XLSXZeitplan Wegzug
- XLSXAufenthaltstage
- XLSXFragen Steuerberater
Was nicht trägt
Konstruktionen, die den wirtschaftlichen Zustand nicht wirklich ändern, halten der Prüfung nicht stand.
- Anteile kurz vor dem Wegzug unter die 1-Prozent-Schwelle bringen, ohne dass sich wirtschaftlich etwas ändert
- Ein Zweitwohnsitz, der auf dem Papier bleibt, während der Lebensmittelpunkt tatsächlich im Ausland liegt
- Eine Auslandsgesellschaft ohne eigene Substanz, die das deutsche Besteuerungsrecht formal verdrängen soll
- Schenkungen an im Ausland lebende Angehörige, die sind selbst ein auslösender Tatbestand
Der letzte Punkt steht ausdrücklich im Gesetz: Die unentgeltliche Übertragung auf eine nicht unbeschränkt steuerpflichtige Person ist der Veräußerung gleichgestellt.
Ist-Aufnahme, Engpässe, belastbare Reihenfolge. Kein Verkaufsgespräch mit vorgefertigtem Ergebnis.
Häufige Fragen
Kann ich die Wegzugssteuer ganz vermeiden?
Wenn der Tatbestand erfüllt ist, entsteht die Steuer. Beeinflussbar sind der Zeitpunkt, die Struktur vor dem Wertaufbau, die Rückkehrregelung und die Zahlungsweise.
Hilft es, die Beteiligung unter 1 Prozent zu senken?
Nur wenn sich wirtschaftlich tatsächlich etwas ändert, und die Übertragung selbst kann ein auslösender Tatbestand sein. § 17 EStG stellt außerdem auf die letzten fünf Jahre ab.
Was ist mit einem Zweitwohnsitz in Deutschland?
Solange die unbeschränkte Steuerpflicht besteht, greift der Wegzugstatbestand nicht. Ob sie besteht, entscheidet sich an Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt im tatsächlichen Sinn, nicht an der Meldebescheinigung.
Dieser Leitfaden ordnet ein und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Anforderungen, Grenzen und Fristen ändern sich; maßgeblich ist der Stand zum Zeitpunkt deiner Entscheidung.